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Idee

Eine originelle Idee ist hier der Aufhänger für eine phantasievolle und ungewöhnliche Eltern-Kind-Geschichte. Außergewöhnlich und klasse gelungen!

Bilder

Die detaillierten, bunten und humorvollen Bilder von Katharina Grossmann-Hensel ergänzen den überaus fantasievollen Text bestens. Kleine Entdecker kommen auf ihre Kosten.

Text

Kurzer gut verständlicher Text, mit vielen Dialogen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jul 2010

[ab 5 Jahren]

Marta ist ein kleines Mädchen mit vielen Kosenamen. Vom Schlafmützchen, über Quasselmäuschen, Krabbelwürmchen, Trantütchen bis hin zum Zuckermäuschen beweisen ihre Eltern viel Fantasie mit der Namensgebung. Die Fantasie der eigenen Tochter steht der der Eltern jedoch in keinster Weise nach. Die kindliche Fantasie kennt keine Grenzen. Aber manchmal sind die Dinge anders als man denkt.

Nach einer wunderbaren Nacht wirkt der Traum vom Dschungel den ganzen Tag nach. Marta sieht überall noch die wilden Tiere versteckt. Sie sagt dieses auch, aber ihre Eltern geben ihrer Tochter nur gute Ratschläge und merken darüber hinaus nicht, was Marta beschäftigt. Schon gleich morgens nimmt ihr eine Schlange das Käsebrot weg - als Marta das beklagt, sagen ihre Eltern, sie solle nicht mit vollem Mund sprechen und nicht mit dem essen spielen. Einen Regenschirm bräuchte Marta nicht, wenn sie so ein Fell wie der Gorilla im Treppenhaus hätte - sie soll jedoch nicht fallen und auf die Stufen achten. Auf dem Spielplatz angekommen, darf sie durchaus mit den Tieren spielen, soll sich aber vor den Jungs in Acht nehmen. Die Eltern hören einfach nicht hin, was Marta ihnen sagt, stattdessen sagen sie ihr nur, was sie nicht darf.

Im Hintergrund läuft noch eine weitere Geschichte: erst sieht man einen aufgeregten Zirkusdirektor an einer Telefonzelle stehen, dann hat ein Affe ein Zirkusticket in der Hand. Überall in der Stadt sieht man plötzlich Werbeplakate eines Zirkus; die Zeitung sowie ein Fernsehbericht erzählen von entflohenen Zirkus-Tieren ...

Und obwohl Marta den ganzen Tag von wilden Tieren spricht, glauben ihre Eltern, es seien nur Hirngespinste - bis sie abends ihr blaues Wunder erleben: Das ganze Kinderzimmer ist voller Tiere. Jetzt versteht man, dass die Tiere nicht der Fantasie Marta´s entsprungen sind, sondern in Wahrheit dem Zirkus. Die Eltern sind voll und ganz mit dieser Situation überfordert. Dagegen ist Marta die Ruhe selbst und gibt nun ihrerseits den Eltern gute Ratschläge. Ein Rollentausch par Exellence. Auf der Innenseite des Covers erkennt man zuletzt Marta, die alle Tiere zum freudestrahlenden Zirkusdirektor zurückbringt.

Auf dem ersten Blick fallen die für Katharina Grossmann-Hensel so typischen Illustrationen auf. Ihre wirkungsvollen Bilder sind dynamisch in der Aufteilung, haben interessante Perspektivwechsel und sind trotz vieler verschiedener Farben klar strukturiert. Die Menschen haben ihre bekannten kleinen Knopfaugen, ihre fast flächig wirkenden Gesichter besitzen dennoch eine klare und ausdrucksvolle Mimik.

Überhaupt gibt es in den wunderschönen Illustrationen eine Menge zu entdecken: Versteckte Tiere, lustige kleine Details (Tiger in der Obstauslage, Zebras im Birkenwald- um nur zwei zu nennen), "stylische" Einrichtungselemente, Merkwürdigkeiten im Supermarkt, ... . Die Bildaufteilung ist stets gleich. Auf der linken Seite befindet sich der Text mit einem Tier, rechts eine vollflächige Illustration. Eine Ausnahme gibt es, und die zu Recht, denn als den Eltern im wahrsten Sinne des Wortes die Augen aufgehen, entdecken sie endlich, womit sich ihre Tochter den ganzen Tag "herumgeschlagen" hat: Eine ganze Horde wilder Zirkustiere.

Die Geschichte beginnt mit einem scheinbar ganz normalen Familienmorgen: Aufwachen, Frühstücken,...- aber überall lauern Tiere. Die Eltern, stets mit ihrem Plan beschäftigt, nehmen es nicht ernst und ermahnen ihre Tochter unablässig dies oder jenes zu tun und zu berücksichtigten. Ein schönes Beispiel, wie oft Erwachsene sich an der Lebenswirklichkeit ihrer Kinder vorbeibewegen. Ein Wunder, dass Marta nicht einmal aus der Haut gefahren ist. Ständig kluge Regeln parat, wirken sie nicht übermässig streng, aber sehr anstrengend. Auch, dass sie jede Menge Kosenamen für ihre Tochter parat haben, zeigt, dass sie das Mädchen nicht richtig ernst nehmen. Zu keiner Zeit hören sie dem Kind richtig zu - bis zu dem Schlüsselmoment, da das "Problem" offenkundig wird.

Wie auch die Kommunikation, findet auch die Geschichte auf zwei verschiedenen Ebenen statt: die des Kindes und die der Eltern. Sie leben zwar auf einer Erde, aber anscheinend doch in zwei verschiedenen Welten.

Marta ist clever und bleibt ihrer eigenen Weltsicht treu, während sie geduldig die vielen klugen Ratschläge und Ermahnungen ihrer Eltern über sich ergehen lässt. Ein bisschen ist das Buch aber wohl auch für die Eltern gedacht, denn beim Vorlesen denkt man sicherlich man so manches Mal: "Oje, so ähnlich reagiere ich selbst viel zu oft gegenüber meinem Kind".

Fazit:

Eine amüsante Geschichte, die humorvoll Eltern den Spiegel vorhält und Kinder darin bestärkt, ernst genommen zu werden. Die bunten und surrealen Illustrationen unterstreichen die vielschichtige Atmosphäre gut und machen immer wieder aufs Neue Spass, da es immer etwas zu entdecken gibt. Kleine Entdecker kommen auf ihre Kosten.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

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