OMAOPA find ich gut

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Sigrid Tinz
88%1001

Kinderbuch-Couch Rezension vonJun 2019

Idee

Großeltern sind oft wichtige Personen für unsere Kinder; wunderbar, wenn sie auch im Bilderbuch so tolle Rollen spielen wie hier.

Bilder

Farbe, nicht zu viel, aber satt, Striche, Punkte – fertig sind Großeltern, das Kind, das Haus, die Möbel, und der Park. Und immer mit Witz, Charme und Ausdruck.

Text

Das Enkelkind erzählt selbst in kurzen schlichten Sätzen und sehr charmantem Kindermund.

Omas und Opas sind die Besten

Als erstes lernen wir Oma und Opa kennen, genannt OmaOpa oder auch mal „Moma“. Seite eins zeigt in kleinen Sequenzen, wo die beiden überall schon hingereist sind: Paris, Pisa, Berlin … Sie machen Handyfotos und schicken die nach Hause: „Das sind Omaopa. Sie verreisen gerne. Aber manchmal sind sie auch zu Hause. Und dann bin ich ihr Besuch.“ Das erzählt uns das Enkelkind der beiden. Dem Ansehen nach ist das Kind ein Mädchen, Name und Alter erfahren wir nicht. Aber es geht ja auch um die Großeltern und was alles so passiert, wenn die Kleine bei ihnen zu Besuch ist.

Weltbeste Omas und Opas sind weltschlechteste Verstecker

Zum Beispiel sind die beiden die „weltschlechtesten Verstecker“, was das Mädchen wundert. Aber: weltbeste Großeltern sind das halt. Verstecken spielen die drei oft, in Schränken, hinter Türen, unter Lampen und Tischen. So lernen wir nach und nach die ganze Wohnung kennen. Und: „Meine Oma ist sehr gelenkig. Sie verrenkt sich sonst wie“. Das Kind spielt mit, macht den „fliegenden Vogel“ und die „Braunbären, die Birnen pflücken“. Die Bilder dazu zeigen, dass die Oma ihre Yogagymnastik macht und das Enkelkind  liebevoll und fantasievoll einbindet. Opa steht mehr auf Technik, macht Hausarbeit nach Internetanleitungen, hört alte Platten, verliert auch mal sein Hörgerät – und schon sind alle wieder am Suchen.
Der Stil der ersten Seite wird durchgehend beibehalten: reduzierte kleine Szenen pro Seite, auch mal wenige größere, komponiert aus ein paar Strichen, Punkten und markanten Farben, im angedeutetem Comicstil sind in die Bilder handschriftlich kleine Bemerkungen hinein geschrieben, zum Beispiel die Namen der Gymnastikübungen, Gedanken des Mädchen, kleine Dialoge. Dazu gestellt sind jeweils ein paar Sätze im Kindermund.

Reduzierter Stil, bunte Farben

Eine nette Zusätzlichkeit sind die beiden Doppelseiten im vorderen und hinteren Einband. Vorne ist eine Art Bilderlexikon mit wichtigen Dingen: Omas Handy, Opas Hut, Essiggurken, Schneekugeln mit Sehenswürdigkeiten. Hinten ist dargestellt, wie die Besuchstage beginnen: Das Kind verlässt mit Papa das Haus und fährt mit dem Auto verschlungene Wege bis zu Oma und Opa. Lässt sich prima mit dem eigenen Finger nachfahren!
Insgesamt werden Kinder ihre Freude an den Albernheiten haben, egal ob sie nun ihre Großeltern in diesen beiden – früher hätte man gesagt – agilen Alten wiedererkennen oder ihre eigenen Omas und Opas ganz anders sind. Dass Enkelkinder und Großeltern einfach eine besondere Bedeutung für einander haben, scheint zwischen den Zeilen immer wieder auf. Denn diese beide sind ja nur ein Typus Oma und Opa, es gibt noch viele andere.  Manche sind schon sehr alt, manche auch noch so jung, dass sie nicht reisen und auf die Enkel aufpassen, sondern selbst noch im Beruf stehen.  Der eine Opa hat Modellboote, die andere Oma Katzen und Pferde, die einen leben auf dem Bauernhof, die anderen auf Teneriffa, manche mögen Fußball lieber als Verstecken und viele lesen viel vor. In der Tat etwas, dass Großeltern fast noch mehr und geduldiger und ausgiebiger machen als die Eltern. Das ist das einzige kleine Manko an diesem Buch: Mit Oma-Opa-Augen betrachtet, hätte der Text etwas größer sein können – denn weltbeste Scharfseher sind auch die junggebliebensten Großeltern in der Regel nicht mehr.

Fazit

OmaOpa in diesem Buch sind durchaus spezielle Persönlichkeiten – enthält aber trotzdem ganz viel allgemeines, was das Besondere einer jeden Beziehung zwischen Großeltern und ihren Enkelkindern ausmacht. Es ist außerdem wunderbar lustig zu lesen und voller Details zum Schauen. Ein rundum gutes Buch, dass sich – wenn es einen OmaOpatag gäbe – perfekt eigenen würde als Geschenk dafür.

OMAOPA find ich gut

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