Mama und der verhexte Spiegel

Erschienen: August 2020

Bibliographische Angaben

Illustrationen von Anna Karina Birkenstock; Hardcover, 32 Seiten

ISBN: 9783907114148

Couch-Wertung:

98%
Idee
Bilder
Text

Idee

Dieses Bilderbuch kann allen, die sich mit dem Thema Depressionen von Eltern auseinandersetzen, eine wichtige Hilfe sein.

Bilder

Die gelungenen Illustrationen unterstreichen den Gegensatz der Welten von gesunden Menschen und Menschen mit Depressionen.

Text

Die Autorin erklärt mit einfachen Worten ein schwieriges Thema und kann so Druck von den Kindern nehmen.

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Rita Dell'Agnese
Wer ist schuld an Depressionen?

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2020

Seit sich Mama und Papa getrennt haben, wohnt Timmy mit der Mama ganz in der Nähe von Oma und Opa. In letzter Zeit ist Mama ganz anders als früher: Sie liegt im Bett oder auf dem Sofa, mag sich über nichts mehr freuen. Zum Glück kommt Oma jeden Tag und sorgt dafür, dass Timmy sich nicht so allein fühlt und saubere Kleider hat. Oma erzählt Timmy auch, warum Mama immer so traurig ist – weil sie einen Splitter vom verhexten Zauberspiegel im Auge hat und das Schöne in ihrem Leben nicht mehr sehen kann. Als Timmy Mama Medizin bringen will, erkennt Mama, dass es Zeit ist, gegen ihre Krankheit anzukämpfen.

Die Hilflosigkeit des Kindes

„Bin ich schuld?“ fragt im Bilderbuch der kleine Timmy, der unter der Depression seiner Mutter leidet. Damit greift die Autorin den zentralen Punkt auf, der Kindern von depressiven Eltern auf der Schulter lastet. Sehr schön stellt sie dar, wie sich Timmy bemüht, die Mutter aus ihrer Lethargie zu reißen und wie enttäuscht, ja manchmal wütend, er ist, dass es ihm nicht gelingt.

Mit der Erklärung vom verhexten Spiegel liefert die Autorin eine sehr gute Handhabe, kleineren Kindern das Thema Depression zu erklären und klarzustellen, dass es nicht am Kind liegt, wenn jemand ständig traurig ist. Als die Mutter sich tatsächlich Hilfe holt, dauert es sehr lange, bis sie wieder nach Hause kommt – auch hier geht Brigitte Endres nahe an Timmy heran und macht sichtbar, wie schwer es ihm fällt, Geduld zu haben.

Dunkle und fröhliche Farben

Die Illustrationen von Anna Karina Birkenstock begleiten das schwierige Thema auf eine optimale Weise. Die Bilder vermögen den Gegensatz beider Welten sichtbar zu machen: Auf der einen Seite die bunte und fröhliche Welt von Timmy, auf der anderen Seite das Düstere, Trostlose von Mama. Schon allein die Farbgebung, aber auch der Gesichtsausdruck von Mama machen dem betrachtenden Kind deutlich, wie sich die depressive Person fühlt. Die Kombination von Text und Bild lässt eine vertiefte Behandlung des Themas „Depression“ zu.

Fazit

Ein schwieriges Thema wird hier auf eine so optimale Weise behandelt, dass das Buch eine ideale Grundlage für alle bietet, die sich mit Kindern von depressiven Menschen beschäftigen. Autorin und Illustratorin haben gemeinsam ein ideales Werk geschaffen, um Druck von den Schultern der Kinder zu nehmen und ihnen zu erklären, was in der Seele der Betroffenen passiert.

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