Da sein. Was fühlst du?

Erschienen: Januar 2021

Bibliographische Angaben

Hardcover, 64 Seiten

ISBN: 9783446269569

Couch-Wertung:

96%
Idee
Bilder
Text

Idee

30 Gefühle werden durch Tiere sehr überzeugend dargestellt – Schmunzeln inklusive.

Bilder

Und ist das Gefühl noch so unangenehm, die Illustrationen von Kathrin Schärer sind einfach schön anzusehen: liebevoll, detailreich und lebendig.

Text

Eine sehr kurze Wortgruppe benennt auf jeder Doppelseite die gezeigte Emotion.

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Claudia Goldammer
Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt

Buch-Rezension von Claudia Goldammer Feb 2021

Auch wenn Eltern manchmal das Gefühl haben, ihre Kinder würden ausschließlich zwischen den Emotionen „wütend“ und „fröhlich überdreht“ hin und her pendeln, ist die emotionale Breite schon bei den kleinen Wirbelwinden sehr viel ausgedehnter. Allerdings fehlen mitunter die Worte, um etwas Gefühltes passend zu benennen. Wenn „böse“ dann gleichgesetzt wird mit verärgert, wütend oder auch ängstlich, führt das zu manchem Kindermund, den Eltern so gern bei der Hochzeit zum Besten geben.

Wer den Spracherwerb auch in Bezug auf die differenzierte Benennung von Emotionen unterstützen möchte, kann Da sein. Was fühlst du? von Kathrin Schärer als hilfreiche Unterstützung nutzen.

Von verlegenen Igeln und genervten Eulen

Wie sieht jemand aus, der stolz als Erster durchs Ziel läuft, wie jemand, der allein ist und sich einsam fühlt, oder woran erkennt man, wenn man sich mit jemandem verbunden fühlt? Kathrin Schärer hat 30 Gefühle ausgewählt und sie auf jeweils einer Doppelseite illustrativ dargestellt. Doch anstatt Menschen dafür zu nutzen, hat sie sich für Tiere entschieden, denen sie ausdrucksstarke Gesichter verliehen hat, um das jeweilige Gefühl zu zeigen. Teilweise werden die großformatigen Bilder durch passende Situationen unterstützt, beispielsweise zeigt das Erdmännchen auf dem Sprungturm im Freibad ganz deutlich, wie „mutig“ aussieht.

Wer bisher gedacht hat, dass Hasen immer gleich aussehen, wird in dieser Zusammenstellung von Emotionen eines Besseren belehrt und schnell sehen, dass sie genauso ertappt gucken können wie Menschen. Die Entscheidung, die Emotionen mit Hilfe von Tieren zu zeigen, hat zum einen den Effekt, dass sie dadurch zwar abstrakter wirken, zum anderen gewinnen sie aber wiederum enorm an Identifikationspotenzial, weil sich niemand an der Farbe einer Hose oder einer bestimmten Frisur stören kann.

Das Nashorn im rosa Glitzerkleid

Darüber hinaus sind die Tierkinder vor allem schön anzuschauen. Mit der gekonnt angewandten Mischung aus Collage, Farbflächen und mit Stiften gesetzten Akzenten gelingt es Kathrin Schärer sehr sympathische Tiere zu zeichnen, die lebendig, liebenswert und in ihrem jeweiligen Gefühlszustand überzeugend wirken. Tatsächlich juckt es einem beim Ansehen der freudig um ein Geschenk herumtanzenden Springmauskinder selber in den Beinen.

Denn Kathrin Schärer überträgt teilweise menschliche Umstände und Verhaltensweisen auf die Tiere, die beim Ansehen unweigerlich ein Schmunzeln hervorrufen. So steckt das Nashorn beispielsweise in Ballettpose in einem rosa Prinzessinnenkleid und jeder wird verstehen, wie sich „anders sein“ anfühlt. Oder es zwängt sich der Bär beim Versteckspiel mit Eichhörnchen, Hase und Fuchs geschickt hinter einen Baumstamm und ist dort natürlich gut versteckt. Und wirklich jeder kann nachfühlen, wie sich Eichhörnchen, Pinguin, Bär und Hermelin fühlen, die ungeduldig hinter dem unentschlossenen Elefanten in der Schlange am Eiswagen stehen. Die Bilder sind an und für sich ausdrucksstark und eindeutig, falls aber doch Zweifel oder Unsicherheit auftauchen, begleitet jedes Bild eine kurze Wortgruppe mit dem passenden emotionalen Ausdruck.

Fazit

Schnell wird klar, dass es zwischen „wütend“ und „freudig“ noch ganz viele weitere Empfindungen gibt und viele davon lassen sich sogar recht gut benennen. Man muss nur das richtige Wort kennen. Mit Da sein. Was fühlst du? dürfte das Kindern (und Erwachsenen) leichter fallen.

Da sein. Was fühlst du?

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