Der Junge und der Gorilla

Erschienen: September 2020

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel The Boy and the Gorilla; übersetzt von Bernd Stratthaus; Illustrationen von Cindy Derby; Hardcover, 48 Seiten

ISBN: 9783219118919

Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Ein schwieriges Thema sensibel und einfühlsam umgesetzt. Die Idee eines Buches über Tod und Trauer, ohne dabei direkt sachlich oder wertend zu werden, ist durch die beiden sympathischen Charaktere gut gelungen.

Bilder

Die vagen Aquarellbilder passen gut zur traurigen und hilflosen Stimmung des Buches. Dennoch sind die Bilder aussagekräftig und bieten viel Raum für eigene Gedanken.

Text

Die kurzen Texte bieten kurze Gesprächsanlässe, lassen Raum für eigene Gedanken und Gefühle und passen gut zum Alter der Zielgruppe.

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Kathrin Walther
Trauer und viele Fragen

Buch-Rezension von Kathrin Walther Feb 2021

Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer schwer zu verkraften. Man fühlt sich mit der Trauer allein, erdrückt von den eigenen Gefühlen und weiß oft nicht, wie man ohne die Person weiterleben soll. Was für Erwachsene schon schwierig ist, lässt viele Kinder allein mit ihren Emotionen zurück. An wen sollen sie sich wenden? Die Erwachsenen sind meist selbst zu sehr mit ihrer eigenen Traurigkeit beschäftigt und nicht in der Lage, dem Kind die Ängste zu nehmen. Jackie Azúa Kramer versucht mit ihrem Bilderbuch Der Junge und der Gorilla Kinder durch diese schwere Zeit zu begleiten.

Allein mit der Dunkelheit

Die Menschen gehen weiter, doch der kleine Junge bleibt neben seinem Vater sitzen. Auch im „Garten“ seiner Mutter ist er allein, bis ihm ein Gorilla Gesellschaft leistet und er ihm erzählen kann, dass seine Mama gestorben ist. Der kleine Junge hat viele Fragen zum Tod und zum Sterben, die er bisher keinem stellen konnte. Zum Glück hat er mit dem Gorilla nun einen Freund, der ihm bei der Suche nach Antworten zur Seite steht und bei ihm ist. Gemeinsam lassen sie einen Drachen steigen, gehen am Strand spazieren, schaukeln und unterhalten sich. Beim Gorilla sind alle Gefühle erlaubt. Er versteht, wenn der kleine Junge alleine sein möchte, erzählt ihm, wie er seiner Mama auch weiterhin nahestehen kann oder ist einfach nur für ihn da. Mit der Zeit gelingt es dem Jungen auch, seinem Vater wieder näher zu kommen und gemeinsam Trost in den Erinnerungen zu finden.

Ein schwieriges Thema, sensibel verpackt

Jackie Azúa Kramer traut sich mit ihrem Bilderbuch an ein Thema, mit welchem auch viele Erwachsene nur schlecht umgehen können und über das sie ungern reden. Oft hilft es, ein passendes Kinderbuch als Gesprächsanlass oder zur Unterstützung zu haben, mit welchem das Thema kindgerecht behandelt und angesprochen werden kann. In Der Junge und der Gorilla hat ein kleiner Junge seine Mutter verloren und steht mit seinen Fragen alleine da. Sein Vater ist zu sehr mit seiner eigenen Trauer beschäftigt, alles scheint grau und hoffnungslos. So viele Fragen schwirren in seinem Kopf herum, doch niemand ist da, dem er sie stellen und der sie beantworten kann. Erst durch den Gorilla bekommt er endlich Antworten. Er erfährt, dass er traurig sein darf, seine Gefühle richtig und erlaubt sind und keiner von ihm erwartet, dass alles in Ordnung ist und er sich die Zeit nehmen darf, die er für seine Trauer braucht.

Aquarellbilder, Schemen und Schatten

Die teilweise schemenhaften Aquarellbilder passen gut zur Stimmung der Geschichte. Überwiegend in dunklem Grau und Blau sind die Bilder etwas unscharf und verschwommen, ähnlich der nicht greifbaren Trauer. Dennoch sind die Motive aussagekräftig und sprechen für sich. Kleine Farbtupfer geben Hoffnung und machen Mut. Die Illustrationen lassen viel Raum für eigene Gedanken und eignen sich auch gut als Gesprächsanlass.

Fazit

Alles in allem ist Der Junge und der Gorilla ein gelungenes Bilderbuch über die Themen Trauer und Verlust, da es weder belehrend noch in irgendeine Richtung lenkend ist. Es zeigt, dass es im Umgang mit Trauer kein richtig und falsch gibt, alle Gefühle erlaubt sind und behutsame Antworten auf schwierige Fragen gibt. Ein berührendes und sensibles Bilderbuch über ein schwieriges Thema!

Der Junge und der Gorilla

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Letzte Kommentare:
16.02.2021 13:38:09
Anna Ramgard

Selten wurde das Thema Trauer so einfühlsam angegangen

Schon auf dem Cover sehen wir den großen Silberrücken und den kleinen Jungen. Grau sind die ersten Seiten, wahrscheinlich kommen der Junge und sein Vater vom Friedhof. Am Bildrand, etwas verschwommen, taucht der Gorilla auf. Als der Junge allein im Garten ist, bietet der Gorilla ihm seine Hilfe an. „Meine Mama ist gestorben“ sagt der Junge. Dann stellt er seine Fragen, die der Gorilla sehr ehrlich und klar beantwortet. „Müsse alle sterben?“ „Ja, Wir alle. Aber vorher kannst du noch viele Drachen steigen lassen.“ Auf den Bildern ist auch immer der Vater zu sehen. Der Junge überlegt, wo seine Mutter sein könnte und findet sie in vielem wieder. „Sie ist immer bei dir.“ Auch für die Trauer des Jungen hat der Gorilla Verständnis und er unterstützt ihn darin. Der Junge pflückt die Gänseblümchen aus Mutters Garten und der Gorilla sagt „Die Samen, die ihr gemeinsam gepflanzt habt, sind wie die Liebe deiner Mutter, ein Geschenk, das du immer behältst.“ Wunderbare Worte, wie ich finde.
Am Ende des Buches geht der Junge auf seinen Vater zu und die beiden pflanzen Blumen. Die Bilder haben jetzt helle, hoffnungsvolle Farben und der Gorilla entfernt sich langsam.
Ich habe einige Bilderbücher zum Thema Tod in meiner Sammlung und dieses gefällt mir besonders gut. Hier wir der Tod der Mutter direkt angesprochen und die möglichen Lösungen durch den Gorilla angesprochen. Die Texte sind sehr kurz und die Bilder haben durch ihre Farbgebung und den weichen Pinsel, mit dem sie gemalt wurden, etwas zartes, tröstliches. Ein empfehlenswertes Buch.

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