nICHt genug

Hardcover, 240 Seiten

ISBN: 9783743210455

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Julian Hübecker
84%

Kinderbuch-Couch Rezension vonJan 2022

Idee

Überzeugende Charaktere, insbesondere Natalie als „Durchschnittsperson“.

Bilder

Sehr einfach gehalten, aber wirkungsvoll.

Text

Kurze Dialoge und Denkblasen vermitteln einen Einblick in die Gefühlsleben.

Jeder ist genug!

Natalie ist nicht genug. Sie kann einfach nicht mithalten mit den coolen Kids an ihrer Schule. Doch das Schlimmste: Ihre beste Freundin Lily kann das und will nun nichts mehr mit ihr zu tun haben. Natalie setzt alles daran, Lily wieder zurückzugewinnen, und merkt dabei nicht, dass sie dies eigentlich nicht nötig hätte …

„Ich bin vieles, aber eins bin ich nicht … nämlich genug.“

Als Natalie nach den Ferien wieder in die Schule kommt, ist nichts wie zuvor: Ihre beste Freundin Lily behandelt sie wie Luft, weil sie ihr nicht cool genug ist. Was stimmt mit Natalie nicht? Was kann sie tun, um endlich wieder mit Lily befreundet zu sein? Doch war das überhaupt eine Freundschaft auf Augenhöhe? Im Grunde genommen ging es doch eh nur darum, was Lily wollte. Aber was soll Natalie nur ohne sie machen?

Sie versucht es mit einem neuen Hut, mit Gesang oder mit Tanzen. Doch nichts will helfen. Aber dann lernt sie an der Schule zwei Mädchen kennen, die es wirklich interessiert, wie es Lily geht. Sollte sie etwa doch interessant sein? Lily fängt schließlich an, auf sich selbst zu hören. Und vielleicht ist sie doch cooler, als sie glaubt …

Mit wichtiger Botschaft

Vielen wird das mit Sicherheit schon passiert sein: Freundschaften aus Kindheitstagen zerbrechen irgendwann, weil man sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Oft ist dies ein schleichender Prozess, der auch schmerzhaft sein kann. Bei Natalie passiert dies plötzlich: Vor den Ferien war noch alles in Ordnung, aber dann lernt Lily in den Ferien ein cooles Mädchen kennen. Natalie passt da so gar nicht mehr hinein. Das verletzt sie natürlich sehr. Maria Scrivan beschreibt sehr anschaulich, wie Natalie dieser Verrat aus der Bahn wirft, und macht aber auch für die jungen Leserinnen und Leser deutlich, dass die Freundschaft einseitig war. Dies muss Natalie erst noch selbst herausfinden und sich auf ihre eigenen Stärken besinnen.

Mit dieser alltagsnahen Geschichte hat die Autorin einen Titel zum neuen Format „Loewe Graphix“ beigetragen, in dem Comics für Kinder und Jugendliche hochwertig gestaltet werden. In nICHt genug setzt die Autorin, die das Werk auch illustriert hat, auf sehr einfache, aber wirkungsvolle Zeichnungen, die farbig und unordentlich koloriert wurden. Zu Beginn der Kapitel gibt es witzige Einschübe, in denen die Katze und der Hund von Natalie interagieren. Das Papier ist – ungewöhnlich für Comics – hochwertig und verleiht einen romanartigen Charakter.

Die Thematik ist für jeden nachvollziehbar und Natalie der perfekte Charakter, um dies widerzuspiegeln. Sie wirkt vom ersten Eindruck her sehr durchschnittlich: Brille, braune Haare, einfacher Pullover und Jeans. Hier wird schnell klar: Jede und jeder hat etwas Besonderes zu bieten, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Vor allem muss man aber lernen, sich selbst zu akzeptieren und Menschen, die einem nicht gut tun, ziehen zu lassen.

Fazit

Ein gelungener Comicroman über Selbstvertrauen und toxische Beziehungen. Die Gestaltung ist sehr lebendig. Maria Scrivan beweist viel Humor, aber auch das Fingerspitzengefühl, um sich dem sensiblen Thema anzunehmen.

nICHt genug

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