Das Schwert des Schicksals

  • Ravensburger
  • Erschienen: März 2022

Hardcover, 512 Seiten

ISBN: 9783473408740

Das Schwert des Schicksals
Das Schwert des Schicksals
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Julian Hübecker
68%

Kinderbuch-Couch Rezension von Julian Hübecker Jun 2022

Idee

Fantastische Idee, sich des Mesopotamischen zu bedienen. Charaktere sind nicht immer rund.

Text

Nicht ausgereift und manchmal sogar zusammenhangslos. Jedoch mit vielen spannenden Ideen.

Ya Allah!

Sik führt ein ziemlich bescheidenes Leben. Neben der Schule gibt es noch das Restaurant seiner Eltern, in dem er aushilft. Alles ändert sich schlagartig, als er von widerlichen Dämonen angegriffen wird, die irgendwas von ihm haben wollen. Bevor es jedoch hässlich für Sik ausgeht, wird er von einem geheimnisvollen Mädchen gerettet. Ehe es sich Sik versieht, wird er in eine Welt hineingezogen, die er sich niemals hätte vorstellen können ...

„Im tiefsten Herzen sind alle Menschen Monster. Du würdest ohnehin nichts retten, was der Rettung wert wäre.“

Was macht man, wenn man von einem reimenden Dämon und seinem hässlichen Mitstreiter angegriffen wird und dann auch noch ein Seuchengott hinzukommt? Entweder weglaufen, was vermutlich sowieso nicht viel bringt, oder sich ihnen stellen – mit einem Wok in der Hand. So jedenfalls versucht Sik seine Haut zu retten. Doch es braucht tatsächlich eines Mädchens namens Belet, um ihm den Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Belet ist nicht irgendein Mädchen, sondern die Tochter der Kriegsgöttin Ishtar. Und Ishtar wiederum hat einen gefährlichen Widersacher: Nergal, Gott des Todes und der Seuchen. Dieser zerfällt immer mehr und sucht daher eine Möglichkeit, diesen Prozess umzukehren. Und Sik soll diese besitzen! So schließt sich also der Kreis – doch es ist noch komplizierter: Das, was Nergal sucht, hat irgendwie mit Siks verstorbenem Bruder Mo zu tun. Dieser war Botaniker und hat als solcher auch Vorderasien bereist. Sollte er etwa auf einer dieser Reisen etwas Mächtiges mitgebracht haben? Sik muss es schnell herausfinden – denn Nergal lässt eine tödliche Seuche los …

Im Vergleich hinkt das Buch

Ganz plakativ steht auf dem Buchdeckel „Von Rick Riordan persönlich empfohlen“. Dieser ist wohl der Vater aller modernen Göttergeschichten, wovon Percy Jacksons Abenteuer die bekanntesten sind. Ihn als Botschafter für andere Göttergeschichten heranzuziehen, ist nicht unklug – allerdings muss man sich dann auch den Vergleich mit dieser Größe gefallen lassen, und das geht in diesem Fall nach hinten los.

Generell macht das Buch einen guten Eindruck: Das Cover ist spannend, mythisch und geheimnisvoll, während die Thematik neu und einzigartig ist; mesopotamische Götter fehlen noch unter den vielen Götterbüchern. Allerdings kann man nach Beenden des Buches die Geschichte nur als halbgar bezeichnen, da Ansätze zwar da und einige Momente gelungen sind, doch ausgereift, wie man es von Riordan kennt, ist sie nicht.

Das geht damit los, dass Sik sich absolut untypisch verhält, als er das erste Mal Dämonen und Göttern begegnet, ein Schwert mit ihm spricht oder sonstiges magisches Zeug passiert. Auch sein Charakter ist nicht wirklich gefestigt, kommt aber einer Extrovertiertheit am nächsten. Dagegen ist sein Freund Daoud sehr gelungen, wobei er durchaus mehr hätte in witzige, absurde Situationen driften können.

Auch die Geschichte an sich ist nicht komplett durchdacht; jedenfalls ist es ein Schlittern von einer Lage in die nächste, ohne einen wirklichen Bezug zu haben. Dagegen endet der Endkampf schnell und überraschend und nicht so spektakulär wie erhofft.

Schön ist dagegen, wie das mesopotamische Thema sich durch das ganze Buch zieht: Ob Kulinarisches, Kultur, Mythologie oder Sprache (mit anhängendem Glossar), man lernt viel Neues, Unbekanntes kennen. Aus dieser Welt kann man sich nur sehr schwer wieder lösen.

Fazit

Grundlegend ist die Geschichte solide mit einigen Abstrichen. Der Vergleich mit Rick Riordan eröffnet sich automatisch, was dem Buch nicht gut tut. Daher sollte man versuchen, sich davon zu lösen.

Das Schwert des Schicksals

Sarwat Chadda, Ravensburger

Das Schwert des Schicksals

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