Diagnose: Diebstahl

Illustrationen von Lorna Egan; Hardcover, 140 Seiten

ISBN: 9783948877194

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Kathrin Walther
75%

Kinderbuch-Couch Rezension vonJul 2022

Idee

Die Glasknochen-Krankheit wird im Roman kindgerecht erklärt, drängt sich durch die Themen Freundschaft und Krimi jedoch nicht in den Vordergrund.

Bilder

Die Bilder sind witzig und frech, spielen jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Text

Der Text ist durch die Perspektivwechsel und den Kriminalfall abwechslungsreich und spannend erzählt, das Ende ist jedoch etwas abrupt.

Mit dem Rolli auf Räuberjagd

Erster Schultag nach den Sommerferien. Was für die meisten Kinder schon kein Grund zur Freude ist, ist für Carla in diesem Jahr eine doppelte Herausforderung, denn für sie ist es nach ihrem Umzug von Köln nach Schönstetten auch der erste Tag in einer neuen Klasse. Für Carla ist diese Situation mit noch mehr Herausforderungen verbunden, da sie aktuell aufgrund eines erst kürzlich verheilten Beinbruchs mal wieder im Rollstuhl sitzt, wie so oft. Denn das neunjährige Mädchen hat die Glasknochenkrankheit, auch Osteogenesis imperfecta genannt, weshalb sie sich in ihrem bisherigen Leben schon über 15 Mal etwas gebrochen und bereits viel Zeit in Krankenhäusern verbracht hat.

Auch für Gilla ist dieser erste Schultag mit Stress verbunden, denn sie steht an diesem Morgen zum ersten Mal alleine auf, da ihre Eltern zu einer Beerdigung müssen. Gilla meint, dass sie sich mit neun Jahren morgens auch mal alleine für die Schule fertig machen kann und will ihren Eltern zeigen, dass sie keinen Aufpasser mehr braucht. Doch es kommt wie es kommen muss, Gilla verschläft, sodass sie mit ihrem Nutellabrot in der Hand auf dem Fahrrad zur Schule rasen muss, wobei sie natürlich direkt einen Unfall baut und ausgerechnet in Carlas Rollstuhl rast, der auch noch umkippt, sodass Carla sich das Bein bricht und ins Krankenhaus muss…

Als Gilla zum Entschuldigungsbesuch zu Carla ins Krankenhaus fährt, stellen die beiden Mädchen fest, dass Carla ausgerechnet in Gillas Klasse kommt und sie sich beide eigentlich ziemlich gut verstehen. Als sie dann auch noch erfahren, dass ein Dieb im Krankenhaus sein Unwesen treibt, machen sich die beiden auf die Suche und beschließen, dem Täter eine Falle zu stellen. Ob sie den Dieb erwischen werden?

Kinderkrimi mit besonderer Heldin

Wie baut man am besten Vorurteile ab? Indem man aufklärt und informiert. Genau diesen Weg geht auch Jost Hinrich mit seinem „Glasknochen-Krimi“, wie sein Roman im Nebensatz heißt. Auch seine eigene Tochter hat die Glasknochenkrankheit, sodass er sich bestens damit auskennt, wie ein Leben mit dieser Diagnose aussieht. Ein Kind im Rollstuhl ist oft mit den Berührungsängsten der Mitmenschen, vielen ausgesprochenen und unausgesprochenen Fragen konfrontiert, die bei jeder neuen Bekanntschaft wieder neu entstehen. In seinem Roman zeigt der Autor, wie „normal“ das Leben mit Glasknochen sein kann, sieht man von den vielen Krankenhausaufenthalten, der geringeren Körpergröße und dem Rollstuhl ab, der jedoch nicht unbedingt zur Krankheit dazugehören muss.

Die Geschichte über die beiden Mädchen ist eine interessante Mischung aus den Themen Freundschaft und Krimi mit ein wenig Krankheit, die abwechselnd aus Carlas und Gillas Sicht erzählt wird, sodass man die Gefühle und Gedanken beider Charaktere nachvollziehen kann. Die einzelnen Kapitel beginnen jeweils mit Datum und Uhrzeit; das ganze Buch geht insgesamt über einen Zeitraum von einer Woche. In dieser Zeit entwickelt sich nicht nur die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen, auch ertragen sie gemeinsam die nervige Schwester Walburga und suchen den Dieb, der mehreren Patientenzimmern Geld und Wertsachen gestohlen hat, wobei es am Ende ziemlich hoch hergeht. Für ihre neun Jahre sind die beiden Heldinnen dabei ziemlich waghalsig unterwegs, sodass die Geschichte ganz schön spannend wird. Der Schluss fällt jedoch relativ kurz und knapp aus und lädt eigentlich zu einem zweiten Band ein, in dem die Geschichte rund um die beiden Mädchen weitererzählt wird.

Gestaltung

Illustriert wurde die Geschichte von Lorna Egan, deren witzige und freche Zeichnungen auf einigen Seiten zu finden sind. Besonders gut gelingt es ihr, die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Charaktere darzustellen, sodass sich auf den ersten Blick erkennen lässt, um was für eine Art Krankenschwester es sich bei Walburga handelt oder wie sich die Mädchen in den unterschiedlichen Situationen fühlen. Da es sich jedoch um einen Roman für etwas ältere Kinder handelt, spielen die Bilder eher eine untergeordnete Rolle.

Fazit

Insgesamt eine gelungene Geschichte, in der die Glasknochenkrankheit zwar thematisiert wird, jedoch in der gleichzeitig gezeigt wird, wie aufregend sich das Leben mit dieser Diagnose gestalten lässt. Der Krimi ist spannend erzählt, auch wenn das Ende etwas knapp und abrupt ausfällt.

Diagnose: Diebstahl

, CalmeMara Verlag

Diagnose: Diebstahl

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