Tafiti und das fliegende Pinselohrschwein

  • Loewe
  • Erschienen: September 2013
  • 0

Illustrationen von Julia Ginsbach; Hardcover, 80 Seiten

Band 2 von 18 aus der Tafiti-Reihe

ISBN: 9783785575505

Tafiti und das fliegende Pinselohrschwein
Tafiti und das fliegende Pinselohrschwein
Wertung wird geladen
Kinderbuch Couch
80%1001

Kinderbuch-Couch Rezension vonSep 2013

Idee

Kinderliebling Erdmännchen erlebt mit seinem ungleichen Freund, dem Pinselohrschwein harmlose, aber wendungsreiche Abenteuer in der afrikanischen Savanne.

Bilder

Viele Bilder, auf jeder Seite mindestens eines; alle schön bunt, heiter und leicht. Und niedlich.

Text

Abwechslungsreiche und doch gut verständliche Sprache mit witzigen Dialogen; große Schrift und viele Absätze.

Erdmännchen Tafiti hat einen neuen Freund: das Pinselohrschwein Pinsel. Pinsel zieht sogar zu ihm zur Erdmännchensippe - was die älteren Erdmännchen gar nicht gut finden. Als Tafiti in Gefahr gerät und Pinsel ihn mit Einsatz und pfiffigen Ideen rettet, nehmen ihn schließlich doch alle in ihre Mitte und in ihre Herzen auf.

Erdmännchen sind in Mode - in Zoos werden die flinken, lustigen Tiere aufwändig präsentiert, in Bilderbüchern spielen sie seit zwei, drei Jahren immer öfter eine Hauptrolle - und fröhlich-harmlose Geschichten um kindliche Neugier, Freundschaft und "Köpfchen statt rohe Gewalt" sind zeitlos.

Die Geschichte um das Erdmännchen-Junge Tafiti setzt sich genau daraus zusammen und weil Tafiti nicht in einem deutschen Einfamilienhaus lebt, sondern in der afrikanischen Savanne, bietet das Buch gleich drei Dinge auf einmal: beliebte Tierfigur, kindlicher Alltag und ein bisschen Safari-Feeling.

"Tafiti und das fliegende Pinselohrschwein" ist Teil 2 der Reihe.
Im ersten Band machte sich Tafiti heimlich und als erster seiner Sippe auf, die Welt hinter dem Wohnhügel zu entdecken und fand dort einen tollen Freund, das Pinselohrschwein Pinsel. Jetzt geht es mit der Heimkehr der beiden weiter. Pinsel ist malender Wandergeselle ohne festen Wohnsitz, für ihn ist es deshalb kein Problem, einfach zu sagen: "Ich komme ein bisschen mit zu dir nach Hause." Die ältere Erdmännchen-Generation ist davon mäßig begeistert, denn "Erdmännchen sind normalerweise nur mit Erdmännchen befreundet" - nicht mit dicken, großen, seltsamen Lebenskünstlern.

Tafiti und Pinsel genießen ihre Freundschaft trotzdem. Bis das kleine Erdmännchen mal nicht aufpasst und von Mister Gogo, dem Adler, geschnappt wird. Pinsel macht sich sofort an die Verfolgung. Zwar ist Tafiti nicht wirklich in Gefahr, weil Mister Gogo gar kein Fleisch essen mag und nur Erdmännchen fängt, weil er sonst von seinen Freunden ausgelacht wird - aber das darf niemand wissen und Pinsel weiß es selbstverständlich auch nicht.
Das ist einerseits eine pfiffige Wendung, andererseits macht es die Geschichte schön harmlos. Auch in Band 1 wurde der Löwe mit Kuchen gefüttert, damit er Pinsel nicht frisst. Wer zartfühlende Kinder hat oder meint, seinem Kind das wahre Leben nicht zumuten zu können, hat hier also quasi ein vegetarisches Abenteuer in der Hand.

Trotzdem ist es gut, dass Pinsel kommt: denn Mister Gogo hält die Erdmännchen in seinem Bau gefangen und zwingt sie zum Aufräumen. Und Aufräumen ist für Erdmännchen fast so schlimm wie gefressen zu werden ...
Was natürlich total vermenschlicht ist, wie übrigens die meisten Details des Erdmännchenlebens, wie es in diesem Buch dargestellt wird: Außer dass sie unter der Erde wohnen, ist nichts erdmännchenmäßig, sie essen Kuchen und Gemüsesuppe statt Würmer und Skorpione, haben Zöpfchen und Kleidchen, verständigen sich per Buschtrommel und haben ein im Landhaus-vintage-Style eingerichtetes Wohnzimmer.
Die Kinder stört dieses falsche Bild kein bisschen (die meisten wissen es ja auch nicht besser), im Gegenteil, um so leichter können sie sich und ihren Alltag in der Geschichte erkennen.

Gefällig ist das Buch auf jeden Fall. Tafiti und seine Freunde sind niedlich und kulleräugig, ihre Welt ist in hellen, bunten, fröhlichen Farben gezeichnet. Bilder und Text teilen sich den Platz auf den Seiten recht gleichmäßig, so dass es sowohl zum Lesen als auch zum Anschauen taugt und weil die Schrift recht groß ist, sich auch zum Selbstlesen eignet. Allerdings stellen die zum Teil recht langen, verschachtelten Sätze und die vielen ungewöhnlichen und langen Wörter oder auch Lautmalerisches wie "HIIILFE!" gewisse Anforderungen.

Ist die erste Hälfte des Abenteuers für geschichtenerfahrene Kindergarten- und Schulkinder wenig überraschend - Tafiti wird gefangen und - klar - gerettet, wird es gegen Ende dann wirklich spannend: weil er vor Mister Gogo keine Angst mehr haben muss, versteckt er sich auch nicht mehr hastig im Erdloch, wenn der Adler am Himmel kreist. Und da passiert es: Mister Gogo schnappt wieder zu. Diesmal wird es tatsächlich eng. Denn der Adler muss für seine Freunde kochen - und die mögen alle Fleisch.

Aber: Pinsel findet auch diesmal einen Weg zum Horst von Mister Gogo - in einem von Vögeln geschleppten Ballonkorb, weswegen der Titel auch fliegendes Pinselohrschwein heißt - und kauft seinen Freund frei mit Omas Kuchen und einem eigens angefertigten Kunstwerk.

Und dann wird Pinsel auch endlich voll und ganz in der Erdmännchensippe willkommen geheißen.

Fazit:

Das Thema Freundschaft, Eigenständigkeit, Neugier, Klein gegen Groß und Köpfchen statt Kraft ist zeitlos, der Protagonist ein Modetier. In dieser Kombination ist dieses Buch ein gefälliges und modernes Abenteuer für Kindergartenkinder und Leseanfänger.

Sigrid Tinz

 

Tafiti und das fliegende Pinselohrschwein

Julia Boehme, Loewe

Tafiti und das fliegende Pinselohrschwein

Deine Meinung zu »Tafiti und das fliegende Pinselohrschwein«

Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer und respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Bitte Spoiler zum Inhalt vermeiden oder zumindest als solche deutlich in Deinem Kommentar kennzeichnen. Vielen Dank!

Letzte Kommentare:
Loading
Loading
Letzte Kommentare:
Loading
Loading

Lesen und Hören
mit System

Lesestifte und Audiosysteme für Kinder.
Der große Test.

mehr erfahren